Das ehrenwerte Haus

Beim Einzug hieß es: „Es gibt keine Hausordnung“. Ich dachte: „Toll!“ Hatte Szenarien, von Parties, die ich nie feiern werde vor Augen und schwebte auf Wolke 7, schließlich könnte ich ja wenn ich bloß wollte.

Heute (und schon vergangene) Morgen, 05:26 h: Geräusch eines Besens vom oberen Balkon. Mein Balkon daher: verschmutzt. Ist ja gleich lustig, wenn man der unteren Mieterin den Dreck inklusive Essensreste übergibt.

Was also tun? Anklingeln, vorstellen, sich aufregen? Oder schweigen? Man weiß ja nie, mit wem man es zu tun kriegt, einen Kleinkrieg anzufangen („Sie hören dafür morgens laut Musik!“ könnte ja kommen  – vielleicht geht ja die Dame zwar frühmorgens außer Haus, aber vielleicht hat sie auch einen Mann, der etwas länger schläft und meine Aufwachszenarien miterleben muss?) In dieser Hinsicht finde ich dann Artikel, die ich in der Aktiv- oder Die Woche-Zeitung gelesen habe, interessant: Nachbarschaft erzeugen – es gäbe Unterstützungen wenn man sich fürs Zusammenleben mit anderen (nicht positiv zugesinnten) Menschen, eben Nachbarn, interessiert und etwas auf die Beine stellt. Aha.

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It’s a „Summertimeblues“

Woahhhhhh…das war ja mal was, was mir / uns in den letzten Jahren entgangen zu sein scheint – bitteschööön, gestern teilgenommen an: Summertimeblues in Gamlitz. Ein 3-Tages Festival, das sich dem Blues und Jazz verschrieben hat. MIt 38 EUR für ein Tagesticket und einer nicht gerade Jugendpopkulturmusik für mich etwas happig – im Endeffekt gerechtfertigt. Das auf deren Homepage angepriesene Gamlitzer Weinland kann man getrost vergessen, in den Gemäuern sieht ma e nix davon, dennoch hatte diese Veranstaltung wirklich flair. Blues klingt für mich ja immer so a bissi dreckig und trotzdem snobistisch – war den Besuchern aber nicht anzumerken. Die doch heftigen Regenschauern zwischendurch wurden weggelächelt, bei den Kellnern war kein Anflug von Stress – trotz hoher Besucherfrequenz – zu merken und haben immer brav „Bitte“ und „Danke“ gesagt, nach dem Regen wurden nasse Tische ordentlich gewischt – ein sehr sympathisches Team alles in allem. Auch für Regenschutz wurde gesorgt, es waren Planen zwischen den Dächern gespannt – allerdings wären sie imprägnierter noch besser gewesen 🙂 Nein, ernsthaft: das hat auch gepasst, Publikum war trotz Schauer und teilweise nicht mehr ganz so trockener Kleidung völlig entspannt und gut gelaunt. Wie würde mein 17-Jähriger Kusin von sich geben: „Chillige Sache das Ganze“.

Das höher angesiedelte Preissegment mit dem Tagesticket hat sich an den Besuchern widergespiegelt – insgesamt eher „erwachsenere“ Menschlein. Das billigste Essen, dass wir auf der Karte finden konnten, war mit 9,50 EUR angeschlagen, das von mir gekostete Hühnercurry hat für meinen hungrigen Magen und den Preis nicht ganz ausgereicht, war aber dennoch köstlich. Und zum Glück gab es keine allerwelts Festl-Grillwürstl. Fettes Plus dafür.

Die Bands haben sich im Laufe des Abends auch gesteigert, von der Headlinerband bin ich dann jetzt mal für die nächsten 2 Wochen besessen, dankeschön auch. Mein Kopf wippt ständig und bringt Aussager wie „funky yeah“ – während des Kaffeetrinkens mit Bekannten net soooo toll, weil die denken ich hab sie nicht alle – aber naja, die waren ja nicht dabei, die Guten und erinnern sich nicht an eine Sänger-Grinsekatze mit Sonnenbrille und pinker bzw. abwechselnd blauer Glitzergitarre, inkl Trompeter, Saxophonist und Pausanen-Männern, die gar noch Tanz-Choregraphien beherrschen. Show 1+. Das war definitiv sehenswert. Nach 2 h kennt man dann aber auch den Funk-Planeten und es kommt nix aufregendes nach.

Die Besucher? Die waren nicht so Südsteirische Weinstraße High Society-Touristen – es war alles vertreten, Kapuzenpulli Herren und Damen, Kleidchentragende Damen und natürlich – wenn auch verhältnismäßig sehr wenig – steirisch. Jeans, Leiberl – reicht aus. Mein schwarzes Sommerkleidchen inklusive HIgh Heels war vielleicht etwas übertrieben. Na gut, wir lernen alle nie aus.

Für alle die her ein Schlagerfest a la nächste Dorfecke erwarten, sind nicht so gut aufgehoben, aber einmal darf man sich ja mal etwas für 0-8-15 Steiermarkbewohne außergewöhnliches angucken, nicht wahr? Schadet sicherlich nicht. Kurzbeschreibung? Super-Erwachsenes Seed und Culcha-Candela Konzertreihe auf Blues getrimmt.

Tipp: Musik vorher mal youtuben oder so, wenn man mit der Musik nix anfangen kann und zudem nicht bereit ist, sich live eines Besseren belehren zu lassen, ist man definitiv falsch aufgehoben.

Schnucki…stopp doch mal…

Ihr kennt doch alle die Schnucki-Werbung, oder? Seht ihr, Werbung hat auch immer nur Witz, wenn viel Warheit drin steckt.

Doch Schnucki macht jetzt Pause. Nicht um Schoki zu essen, sondern mit nett sein. Definitiv kann nicht mal ich selbst über mich sagen, dass ich zu allem „Ja“ sage. Ich meine es oftmals nur gut mit meinen Mitmenschen und erinnere sie daher an gewisse Erledigungen. Der Dank? „Jojo moch i schon“ – 1 Tag später, 1 Tag vor Deadline, „uuuups hab ich vergessen“, Kollege schiebt Grant, weil plötzlich Stress.

Es ist doch so, dass man sich sonst sagt: ich habe darauf hingewiesen (bitte bildlich vorstellen: Geste Hände zum Oberkörper und von dem wegschieben) und was andere daraus machen – ihre Sache.

Schön. Noch schöner, weil das ganz groß Trend ist im Moment. Ähnlich wie das Wort „zeitnah“. Dieses Luft-Schi-Schi geht mir dermaßen am Nerv, das kann sich gar keiner mehr vorstellen. Einerseits muss man sich als Office-Schnecke blöde Kommentare anhören, wenn man auch nur einen einzigen Tag nicht der strahlende Sonnenschein ist und Predigten über einen ergehen lassen, dass man andere organisieren muss…und wenn man’s tut werden’s pampig, die netten Kolleg/inn/en.

Von (Er)Leuchte(tende)n und Anderem…

So ein Umzug, das ist fein…so ein Umzug, der ist lustig…

Das Siedeln (für deutsche Kollegen: „Umzug“) ist erledigt. So fast. Alles kein Problem, will man beispielsweise eine Waschmaschine geht man zu zig Händlern (wobei in Leibenfeld der einzig wahre Held zu finden ist), vergleicht im Internet Tests und sucht eine aus. Glückwunsch, Sie haben gerade (zu) viel Geld ausgegeben für eine Waschmaschine, die ab iPhone Version 4s von der Ferne eingeschalten werden kann, nur um dann von der lieben Schwester ausgelacht zu werden und eine nicht gerade unberechtigte Frage gestellt zu bekommen:

„Ja, und wer gibt dann die Wäsche in die Waschmaschine???“

Die Freude ist so a bissi eingebremst worden, jo, sie hat ja Recht. Wieder aufgewogen wurden die Begeisterungsstürme bei den ersten Besuchern, wo die Frauen meinten: Hey XY, wieso kann unsere neue WAMA keine Melodie? Hehe, ihr Männer, hättet ihr zuerst mal mich gefragt, wieviel kitsch Frau zum Glücklichwaschen braucht! Über solche neidvollen, aber doch gönnerhaften Aussagen freu ich mich…Ein PS an die Hersteller: Wenn schon Smartphonekompatibel, kann ich mir dann bitte auch meinen Lieblingssong bei der „die-Wäsche-ist-fertig“-Melodie einspielen? Ja? Geht das? Ich würde dann Helge Schneider mit Käsebrot auswählen. Man ist ja erledigt, nach 2 h Abwarten bis die Wäsche fertig ist. Als Belohnung Essen ist ja auch nicht verkehrt. Ich muss an sowas halt erinnert werden.

Wir hätten also die Küchenmaschine, die Waschmaschine….was fehlt: die Lampen. Doch nicht soooo unwesentlich. Nachdem Waschmaschinentechnik so erlern- und suchmaschinbierbar war, sollte es dann noch komplett easy sein, eine Lampe in einen Raum zu hängen, oder? Feststellung des Monats: N.E.I.N. Nicht, wann man ich ist.

Sowieso ist das eine Katastrophe, dass es hier  quasi im ganzen Bezirk 1 – 1! – Geschäft gibt, wo man Lampen erstehen kann. (und so nebenbei: man kriegt hier auch kaum Geschirr!) So, dann geht die Reise los. 1,2,3 auf nach Richtung Graz. Uff. Um rs mit unserer nachgemachten Büro-Witz-Zuwanderersprache zu erklären: Brauchst du weiße Teller: fahrst du Graz. Brauchst du Teppich: fahrst du  Graz. Brauchst du Besteck: fahrst du Graz. Brauchst du Lampe: musst du  Internet.

Yes. Ich versuche ja immer auf meine Freunde zu hören und nicht den ganzen Handel zu zerstören mit dem Internetshopping. Doch mal ehrlich: wenn ich zu großen Möbelhausketten gehe und frage, ob sie Pendelleuchten im Industriestil haben, die mich daraufhin allesamt anstarren, nachfragen, was genau ich meine, dann habe ich fertig eingekauft. Nämlich nix. Glühbirnchen geht übern Kopf auf: Könnte sein, dass es deshalb Möbel- und nicht Lampenhaus heißt.

Irgendwie hab ich was verpasst: Graz ist die City of Design. Aha. Erstreckt sich wohl nur auf…ja auf was eigentlich? Könnte man da vielleicht mal Kooperationen finden: Möbelhaus und Lampendesignern-/herstellern? LEISTBARE Kooperationen bitte. Die City of Design ist in der Welt angekommen, aber nicht bei den Menschen im Umland. Böse gesagt? Das sieht man mir nach, wenn man selbst mal auf Lampensuche ist. Je mehr Glitzer und Kronleuchter und mehr (schlechter) Schein als Sein desto besser bei den Lampen. Oder desto mehr 0-8-15 so ganz unstylish, ja, da „simma“ daheim, das ist prima(A-a-A…). Und zugegeben, so gut kenn ich mich in der Hauptstadt als „Landbewohner“ und mit der Thematik nicht aus, dass ich jetzt in Seitengassen erschwingliche und eben anfindbare Leuchtenshops ansteuern könnte. Google hat mich unbefriedigt zurückgelassen. DerdiedasBöse die!

Nachdem jetzt nach und nach alles durchgestylt wird in der neuen Bleibe,  sollten nun auch passende Handtücher zu den blaulila-weiß Fliesen gefunden werden. Die Frage, die sich auf der Suche nach weißen Handtüchern stellt, ist folgende: Gibt es tatsächlich weltweit nur 2-3 Muster für Handtücher? Ergo nur 2 Menschen dieser Erde, die sich mit Handtuchdesign beschäftigen? Ernsthaft. Wir hätten nämlich sehr hübsche Beschreibungen zur Auswahl:

„Besonderes Detail: Borte“

oder noch etwas Feines:

„Detail: Waffelborte“

Oh Wunder, bei mir zu Hause gibt es momentan auch nicht viel mehr Auswahl. Handtuch Ikea: Streifenborte. Bambus-Handtuch von Hofer: Streifenborte. Handtuch Mömax: Streifenborte.

Das war es dann auch schon mit den hervorzuhebenden Designhinweisen. Oft gesehen auch noch Streifenborte mit 2 cm Waffelstickerei. Generell ist es mit den Handtüchern so wie mit den Hemden im Büro bei den Männern: uni, gestreift, kariert. Not my style. Merkt es euch, falls ihr gerne Blumen, Eulen, Schmetterlinge, Bäume, eine Palme, eine männlichen Ausdruck von…keine Ahnung…haben möchtet: IS NICHT. Die Designs a la Pip Studio (geht leider wohl auch nur im AlleinFrauHaushalt) sind hui! teuer. Lichtblick: a) bei Kastner & Öhler gibt es Pip Studio zu kaufen und b) bei Happy Home in Seiersberg kann man weiße Handtücher mit einem zarten Schmetterling in einer Ecke erstehen. In verschiedenen Größen. Ein  Lichtblick.

Es lebe die Einfachheit! Leonardo da Vinci war schon ein Schlauer. http://pinterest.com/pin/87609155224137287

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Eine schöne Woche euch,

Frau Landkind (gerade am Erdbeeren-Essen)

GeLANDet.

Yippieeyeah, eine Wohnung inkl. abendlichen Sonnenbalkon wurde gefunden und bezogen. Alle Wünsche können nicht erfüllt werden, deshalb: ja, es ist leider eine Erdgeschosswohnung geworden. Die Wohnung fand ich so zu mir passend und niedlich, dass ich sie einfach haben wollte. Meine Kriterien, die andere Wohnungen ausgeschlossen hatten, waren plötzlich weg und wurscht. Gut, jetzt wohne ich am Berg, egal. Ich kann das Auto nimma wegstellen und schnell mal einen übern Durst trinken, egal. Nicht mehr um die Ecke 3 Supermärkte haben, egal. Alle parken vor meiner Haustür, egal. Das Bad hat ein Fenster, yei. Die Wohnung hat nen geräumigen Balkon, yeiiii. Ich wohne im EG, okay, aber ich habe Ausblick, yeiii. Und immerhin bin ich noch in Deutschlandsberg situiert.

JOP. Das war okay.

Die ersten 3 Tage.

 

Dann kam Udo Jürgens.

Und das ehrenwerte Haus.

Einer meiner Nachbarn (oben, unten, neben, was weiß ich) geht in seiner Berufsuniform an meinem Badezimmerfenster vorbei. Es ist geöffnet. Und er?

Er würde am liebsten reinspringen. Bleibt der Typ doch tatsächlich stehen und gafft rein, während ich den Müll wegbringe. Hat keinen, aber überhaupt keinen Genierer noch einen Schritt näher zu gehen und alles genau zu inspizieren. Klar, der hat sich alles nur angesehen, um die Worte

„die Polizei, ihr Freund und Helfer“

einzulösen. Irgendwann mal.

Der Männer’sche Seitenhieb

Tatort: Büro. Ecke Kaffeemaschine.

Täter: Mann. Agatha Christie würde am Schluss dann rausfinden, dass es MännER waren.

Opfer: Einzige Frau im Bunde.

Motiv: Fall noch nicht geklärt. Wird noch 100 Jahre dauern. Mindestens.

Angenommenes Motiv: Zu wenig Sex im Eheleben. Zu verplantes Leben. Zu sehr gelernt, den Plan als supergut hinzustellen. Und als einzig mögliche Herangehensweise ans Leben. Irgendwas läuft in der Karriere schief. Und dann muss manN auf jemanden draufhauen. Verbal.

Was mich zur Weisglut trieb?

Die Aussage, dass man mit 38 zu alt für ein Kind ist. Also, nicht ManN. Nur Frau. Die gesundheitlichen Aspekte daran könnten noch als Argument durchgehen. Aber nicht: wir sind zeugungsfähig bis ins hohe Alter weil wir cool und lässig und imstanden und Frauen quasi dann nur noch alte Schabracken sind. Quasi Omas die als Mutter nicht mehr taugen.

O-Ton Kollege:

Der Zug ist längst abgefahren mit dem Alter.

Gefolgt von einem vernichtenden Blick meinerseits (hey, Superkräfte, wo seid ihr?)

Nachsatz Kollege:

Ehrlich währt am Längsten, oder?

Und keiner der dort anwesenden übrigen Mannen versucht das Thema abzuschwächen, sondern es wird gelacht. Haha, wir sind die Gruppe Puppal, wir stellen uns doch nicht gegen unser eigenes Geschlecht.

Es ist spannend, dass Genderfragen so groß diskutiert werden, auf Unis auch eines der großen Themen ist und dennoch im Alltag nix ankommt bei den Män(n)schen. Tragischerweise auch nicht bei Frauen. Als ich dieses Thema gestern meiner Tante präsentierte war sie sehr versucht, das Thema als nichtig hinzustellen. Das ist so. Nicht aufregen. Hinnehmen, weitermachen, meine Liebe.

So, als ob wir nix dagegen tun könnten.

„Die Tante und …

„Die Tante und ich haben eh schon gesagt, wir gehen jetzt mit ihm fort, dass er mal eine heimbringt, die was gscheits ist und bleibt. Wo wird denn der noch eine Frau hernehmen, in seinem Alter? Die san jo olle vergeben!“

Meine Oma über meinen 27-Jährigen männlichen Verwandten. Gut, dass ich nebenbei fast 30 bin und auch Single bin. Ich hab sie e lieb. Manchmal.

Schluss.schweigen.

Es war eines dieser Trost-Wochenenden.

Eines derer, wo man einer guten Freundin nicht mehr sagen kann, wieso, weshalb, warum. Weil man es selbst nicht mehr versteht.

Es war ein „er hat Schluss gemacht“ Wochenende. Wie?

Gar nicht.

Doch, wundert euch nicht, das geht.

Männer tragen anscheinend bereits Weltmeisterschaften aus. Ich persönlich kenne noch keine Frau, die das gebracht hat. Sich nicht mehr zu melden. Ohne vorangegangenen Streit. Ohne Anzeichen. Ohne Schreierei. Ohne zerbrochene Vasen. Obwohl es sicherlich auch solche Frauen geben wird.

Erklärt mir bitte mal jemand, wieso Menschen das machen? Sich nicht mehr melden –  zu verschwinden ohne Mucks.

Ist es wirklich soooooooo schwer, anzurufen und zu sagen:

Hey, mit uns wird das nix.

Na klar, muss man da mit einer Reaktion rechnen, die sich gewaschen hat. Oder das Gegenüber sieht das eh ähnlich. Und hat sich bisher auch noch nicht getraut, das auszusprechen.

Hat Frau/Mann schon nicht den Mumm, persönlich zu sprechen, könnte Mensch doch zu Telefon greifen: SMS. Skypen. Google Talk. MS Messenger. Mailen. Facebook. Brief schreiben (…)

Wieso ist denn n das so schwer haben wir uns dieses Mal wirklich gefragt. Weil es alleine innerhalb eines Jahres, der 4 (!!!) Mann war, der das einen meiner süßen Zuckerpuppen angetan hat.

Unsere Theorie: Wenn man was dazu sagt ist es endgültig. Homo Sapiens hält sich also Optionen für die Zukunft offen. Falls die Entscheidung möglicherweise doch nicht so fix war. Und vielleicht in 4 Monaten, 2 Jahren, 1/4 Jahrhundert (wir sehen Rosamunde Pilcher-Szenen vor uns, …ihr wisst schon a la Wiedertreffen der Jugendfreunde, „Wieso hast du nie was gesagt…all die verlorene Zeit“-Säuseleien….Kuss Kuss) ja doch wieder alles anders sein kann. Und nur für den Fall hätte man dann ja nicht NEIN gesagt zum Anderen.

Simone und ich

Grundstimmung: „Blau blau blüht der Enzian….“

Bis ich diese erreichte, hat es ein paar Tage gedauert… allerdings: der Frühling steht vor der Tür, die Tage sind länger hell, es gibt so viel Schönes und Lustiges zu entdecken, unseren Specht vorm Office-Fenster, den hier schon fast jeder gefilmt und fotografiert hat und liebevoll „Hasi“ getauft wurde, also keine Gründe ersichtlich, sich im Spechttunnel zu verstecken…

10-Min-schlechte-Erinnerungsstimmung: „Immer mitten in die Fresse rein, da da da radada …“

Es wird niemals ein besseres echteres wahreres Liebesbefreiungslied geben, als das. Als Tae Bo-Freak kann ich kicken und schlagen und hab ne sehr lebhafte Vorstellung beim Refrain. Beim „radadaaa“ drehe ich mich wie der Bi-Ba-Buzelmann in einem Kreis herum – badibum. Und freu mich.  Befreiung kann sich so verdammt gut anfühlen. Am letzten teilgenommenen 6-h-Samstagstraining hatte ich ein klares Wutziel anvisiert. Ausnahmsweise galt dies nicht mir, weil ich etwa auf dieses und jenes auf Arbeit vergessen hatte oder ein anderes privates Missgeschick passiert war.   Nein, all meine Wut-im-Bauchkraft bei den Kicks galt  Mr. VI aka Ex-Freund, aka er ist und bleibt, was er ist. Was e gut ist. Wenn man’s weiß.

Zukunftsstimmung: „Ich such? Die wahre Liebe! Das ist mein Gebet. Wo ist die wa-wa-wahre Liebe…“

Kinder, das waren noch Zeiten, als ich in der Küche meiner Eltern tanzte, meine Mutter kochte und  Radio Steiermark Liedchen mitflötete. Damals. Da war ich jung, naiv, blauäugig. Obwohl…bis aufs jung sein….ach, lassen wir mal aus an dieser Stelle….Ja, die große Liebe hab ich mir da noch romantisch vorgestellt. Insofern man das mit 11, 12 Jahren halt kann. Mein Schwesterlein und ich hüpften und sangen auch die Zeilen mit: „….die nie zu Ende geeeeeht“. Und tanzten. Was wir noch haben? Hoffnung. Simone wird uns retten mit ihren Gebeten.